Waldbaden ist…


1982 prägte das japanische Ministerium für Landwirtschaft, Forsten und Fischerei den Begriff Shinrin Yoku. Er beschreibt den Kontakt mit und unter der Atmosphäre des Waldes. Übersetzen können wir den Begriff als „Baden in der Atmosphäre des Waldes„, oder kurz „Waldbaden“.
Inzwischen ist Shinrin Yoku in Japan und Südkorea zu einem festen Bestandteil der Gesundheitsvorsorge geworden und hat sich zur Wald-Therapie entwickelt. Dafür wurden und werden viele wissenschaftliche Arbeiten in Auftrag gegeben und es kam natürlich das heraus, was wir eigentlich schon tief in unserem Inneren wussten: Ein Bad im Wald senkt den Blutdruck, regulierte den Puls und reduziert auf natürliche Weise Stresshormone. Doch es kam auch heraus, dass die Waldluft sogar unsere Killerzellen vermehrt und aktiviert. Unser Immunsystem kommuniziert mit dem Wald!
2009 hat das ECOLOG Instituts für sozialökologische Forschung und Bildung festgestellt, dass 2/3 der Deutschen mindestens einmal im Jahr in den Wald gehen – die Hälfte davon alle zwei Wochen.

Wissenschaftlich bewiesen ist:
Der Wald nimmt den Lärm, bereits 100 Meter vom Waldrand ist der Lärm nur noch halb so stark. Das wirkt sich positiv auf alle Beschwerden aus, die durch Reizüberflutung entstehen (z.B.Konzentrationsmangel, Kopfschmerzen, Augenprobleme, Hörpobleme)
Alleine der Anblick von Wald heilt (das ist erwiesen! – Patienten einer Klinik brauchten nach der OP weniger Schmerzmittel und konnten früher entlassen werden, wenn sie auf Wald – siehe oben „Grün“, statt auf eine Mauer geschaut haben)

Grün:
wirkt beruhigend. In der medizinischen Farbtherapie, gilt Grün als Farbe, die den Rhythmus von Herz und Nieren ausbalanciert. Auch bei Magengeschwüren, Allergien, Augenermüdung sowie bei Anzeichen vorzeitigen Alterns, wird Grün eingesetzt. Grün lässt Kräfte sammeln und regeneriert. Grün stärkt das Auge für alle anderen Eindrücke.
Federnder Boden ist gut bei Gelenk- und Rückenbeschwerden
Die Baumkronen bewirken durch ihr Blätterdach und durch Verdunstung:
…angenehme Kühle
…höhere Luftfeuchtigkeit
…weniger Wind
…geringere Lichtintensität
das wirkt sich positiv aus auf Beschwerden der Atemwege und bei Kopfschmerzen
Der Wald (vor allem lichte Baumbestände) – aktiviert den Parasympathikus sehr stark, sodass die Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin stark zurückgehen (hilft Jedem, aber insbesondere auch Patienten mit Burnout, Depressionen, bei ADHS und bei Panik- und Angststörungen)
Stress wird insgesamt besser bewältig
Pflanzliche Terpene üben pharmakologische Wirkungen auf Menschen aus, schützen den Körper vor freien Radikalen, töten Krankheitserreger und beeinflussen das Immunsystem (das stark mit der Psyche zusammenhängt)
Die natürlichen Killerzellen werden erhöht und aktiver
Das Niveau der Anti-Krebs-Proteine, mit dem das Immunsystem Krebs vorbeugt, wird im Wald deutlich erhöht
Der Blutdruck wird gesenkt (auch durch die Aufnahme von Substanzen in der Waldluft, nicht nur durch psychologische Wirkungsweise!)
Verbesserter Schlaf
Beschleunigte Erholung nach Krankheit
Erhöhung des Hormons DHEA
Die Stimulation der Sinne durch Natureindrücke hat einen positiven Effekt auf Menschen, die unter Demenz oder Alzheimer leiden, Natur als Therapeutikum!  Demente Personen leiden außerdem weniger unter Unruhe und Aggressionen, wenn sie sich in einer natürlichen Umgebung aufhalten
Die Luft im Wald ist so staubarm wie am Meer oder in den Bergen.

Nadelwald:
Die ätherischen Öle und Terpene von Nadelbäumen haben eine erfrischende,     desinfizierende und für die Bronchien heilsame Wirkung
Die Nadeln wirken auch im Winter wie ein Sieb, in dem Staub hängen bleibt (im Vergleich: in der Stadt bis zu 500.000 lungengängige Staubteilchen zu ein paar Tausend im Wald, das heißt die Luft ist bis zu 90 – 99 % staubärmer)
Nadelbäume sind ein wichtiger Lebensraum für Moose, Flechten und Pilze
Die Nadelspitzen wirken als Kondensationspunkte, das heißt sie fördern die Taubildung und dienen so der zusätzlichen Wassergewinnung, erfrischt zusätzlich bei einem Aufenthalt im Wald – insbesondere auch im Winter.

Outdoor Klassenräume: bewiesen ist, dass Lernen in der Natur kognitive Vorteile hat und sich positiv auswirkt auf
…Konzentration
…Selbstdisziplin
…Wahrnehmungsfähigkeit
…Gedächtnis und Aufmerksamkeit)
sowie neben den körperlichen Vorteilen auch in der sozialen Entwicklung Vorteile aufweist, wie zum Beispiel das bessere Zusammenarbeiten der Kinder